{"id":113,"date":"2020-11-16T15:34:45","date_gmt":"2020-11-16T14:34:45","guid":{"rendered":"https:\/\/phillip-pietsch.wtf\/?p=113"},"modified":"2020-11-16T15:34:45","modified_gmt":"2020-11-16T14:34:45","slug":"das-spiegelbild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phillip-pietsch.wtf\/?p=113","title":{"rendered":"Das Spiegelbild"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfunden. Allerdings ist sie teilweise sehr traurig und wird teilweise sehr explizit. Bitte lese, diese Geschichte nur, wenn du dich bereit daf\u00fcr f\u00fchlst. Sollte es dir nach dem Lesen der Geschichte schlecht gehen, suche dir Hilfe.<\/h5>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Es gibt eine begleitende Musikplaylist. Sie ist zum Anh\u00f6ren, w\u00e4hrend dem Lesen, aber die Lieder sind nicht an bestimmte Abschnitte gebunden. Link:<br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLeY9d37XnfOeWvjLraGT7cdhMm7xb2iQ8\" target=\"_blank\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLeY9d37XnfOeWvjLraGT7cdhMm7xb2iQ8\">https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLeY9d37XnfOeWvjLraGT7cdhMm7xb2iQ8<\/a><\/h5>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der erste Blick<\/h3>\n\n\n\n<p>Reflektionen. Ich sehe seine Augen und sie strahlen etwas aus. Ich wei\u00df nicht, wie ich es beschreiben soll. Eigentlich nicht mehr als reflektiertes Licht, aber doch \u00e4ndert sich meine Welt. Er sitzt gegen\u00fcber von mir. Wir sind gemeinsam mit anderen Sch\u00fclern in ein Pub gegangen. Er wirkt etwas unwohl, auch hat er sich nur eine Cola bestellt, w\u00e4hrend die anderen schon mehrere Getr\u00e4nke hatten. Er bemerkt mich und l\u00e4chelt mich an. Dieses L\u00e4cheln erweckt etwas in mir. Ich verstehe mich selber nicht. L\u00e4cheln tuen doch so viele Menschen, warum ist dieses L\u00e4cheln dann so besonders? Ich versuche ebenfalls zu l\u00e4cheln, was soll ich denn sonst machen? Wir sind alle vor einem Monat auf die FOS gewechselt und die meisten Klassenmitglieder*innen kenne ich noch nicht. Ob das gut oder schlecht ist, wei\u00df ich nicht. Ich meine keine Verpflichtungen sind zwar keine Freude aber auch kein Leid. Die Arten eines Lebens sind doch so vielf\u00e4ltig, dass bestimmt auch ein solcher Weg existiert. &lt;Hi, wie hei\u00dft du?> werden meine Gedankeng\u00e4nge von ihm unterbrochen. &lt;\u00c4hm\u2026> stammle ich. Jemand interessiert sich f\u00fcr mich? Und dann ist es sogar er? &lt; Ich hei\u00dfe Alex.> sage ich immer noch stammelnd. Nachdem ich geantwortet habe, l\u00e4chle ich. Wahrscheinlich \u00fcbertrieben und befremdlich. &lt;Oh cooler Name.> antwortet er mit einem L\u00e4cheln. Ich f\u00fchle mich wohl. Ich f\u00fchle mich sicher. Eine Geste, wie sie so oft passiert, die aber so viel f\u00fcr mich bedeutet. Ach k\u00f6nnte ich ihn doch immer l\u00e4cheln sehen. &lt;Und wie hei\u00dft du?> frage ich vorsichtig mit einem leichten l\u00e4cheln. Ich m\u00f6chte ihn nicht gleich verschrecken. Ich m\u00f6chte nicht unh\u00f6flich wirken. &lt;Oh, ich sollte mich auch vorstellen. Mein Name ist Felix.> sagt er lachend. Ich beginne ebenfalls zu lachen. Ich f\u00fchle mich wohl. Ich mag dieses Gef\u00fchl. Ich mag ihn.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wille<\/h3>\n\n\n\n<p>Er lacht. &lt;Was ist?> fragt er mich lachend. Es flie\u00dfen Tr\u00e4nen von seinen Augen, w\u00e4hrend er sich vor Lachen kaum auf den Stuhl halten kann. &lt;Liebst du es denn gar nicht?> fragt er mich schon fast entsetzt mit weit ge\u00f6ffneten Augen. Ich sitze wie angekettet auf meinen Stuhl und wei\u00df nicht was ich sagen soll. Ich f\u00fchle mich, als h\u00e4tte ein Mensch mir mein Herz herausgerissen. Die Tr\u00e4nen rollen meine Wange herunter. &lt;Jetzt h\u00f6r doch mal auf zu weinen!> sagt er lachend und sehr aggressiv, w\u00e4hrend er n\u00e4her zu mir kommt. Dieser Mensch ist doch wahnsinnig, wei\u00df er denn \u00fcberhaupt was er macht? Ich kauere mich zusammen. Ich m\u00f6chte nicht mehr. Ich habe nichts mehr. Ich bin nichts mehr. Doch bevor ich zu Ende denken kann, dr\u00fcckt er mit seinem Finger mein Kinn nach oben, sodass ich ihm in die Augen schauen muss. &lt;Du magst es doch auch! Wenn die Verzweiflung den K\u00f6rper \u00fcbernimmt. Wenn der Wunsch nach dem Blutroten zunimmt. Wenn wir die Extase erreichen.> sagt er mit einem freudigen lachen in mein Gesicht. Ich versuche zur\u00fcck zu weichen. Doch es gibt kein zur\u00fcck. Ich wische meine Tr\u00e4nen weg. Ich schubse ihn mit meinen beiden Armen weg und er f\u00e4llt auf den Boden. &lt;Geh weg!> schreie ich ihn an. Ich k\u00e4mpfe mit mir, ich m\u00f6chte es nicht verstehen, aber doch sympathisier ich damit. Obwohl es weltfremd klingt, wei\u00df ich was er meint. &lt;Das kannst du doch nicht machen. Ich habe doch auch Gef\u00fchle.> antwortet er mit einem traurigen Gesicht und einer traurigen Stimme, w\u00e4hrend er langsam wieder aufsteht. Warum? Warum habe ich mich darauf eingelassen? Ich verzweifle. Ich fange an zu lachen. Er sprintet auf mich zu und greift mit seiner ganzen Hand nach meinem Kinn. Als er dieses zu greifen bekommt, rei\u00dft er meinen Kopf nach oben und kommt mir mit seinem Gesicht sehr nah. &lt;Siehst du?> fragt er mich lachend. Breit grinsend und mit weit ge\u00f6ffneten Augen. Er sah zufrieden aus, als w\u00fcrde er sich wohlf\u00fchlen. Und ich? Habe ich eine Wahl? Ich sp\u00fcre, wie mein K\u00f6rper zustimmt und sich eine Stimmung der Zufriedenheit ausbreitet. Auf einen Schlag zucke ich zur\u00fcck. Was war das?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Felix?<\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist ein sonniger Tag und es ist keine Wolke am Himmel zu sehen. Ich komme gerade auf dem Marktplatz an. Heute ist in unserer Stadt das Altstadtfest und ich bin mit Felix verabredet. Wir haben uns angefreundet, aber ich habe zu gro\u00dfe Angst ihm meine tats\u00e4chlichen Gef\u00fchle zu verraten, vielleicht w\u00fcrde er mich absto\u00dfen. Solange er mein Freund ist, kann ich mit ihm sehr viel unternehmen. Der Marktplatz ist umrahmt mit alten Geb\u00e4uden und auf dem Marktplatz stehen einige Buden f\u00fcr Essen, Trinken aber auch Souvenirs. In der Mitte des Platzes sind einige B\u00e4nke und Tische aufgebaut. Mein Blick schweift \u00fcber den mit Menschen gef\u00fchlten Platz. Da! Er sitzt auf der anderen Seite des Platzes mit einigen Menschen, welche ich momentan nicht weiter identifizieren kann. Ich habe heute relativ neue Klamotten an, welche ich sehr mag. Auch habe ich mich etwas Schick gemacht. Ich meine, ich bin mit Felix unterwegs. W\u00e4hrend ich nochmal \u00fcberpr\u00fcfe ob alles passt, gehe ich los. Am Rand gibt es Wege um schnell alle Orte erreichen zu k\u00f6nnen. Ich mag es zwar \u00fcberhaupt nicht, weil auf diesen so viele Menschen unterwegs sind. Aber doch suche ich mir meinen Weg zwischen Warteschlangen, alkoholisierten Menschen, Touristen und anderen Menschen. Ich bin nur noch einige Meter von dem Tisch an welchem Felix sitzt entfernt. Ich sp\u00fcre, wie mein Herz anf\u00e4ngt schneller zu schlagen. Ich atme tief ein und aus. Ich gehe die letzten Schritte zu dem Tisch. &lt;Schaut mal, wer da ist!> schreit eine der Personen an dem Tisch. Ich gehe langsamer, diese Stimme kommt mir bekannt vor. Ich gehe einige weitere Schritte. Ich sehe es. Ich wei\u00df es wieder. Ich sehe die Person an und die weiteren Personen an dem Tisch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fragen \u00fcber Fragen<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich stehe vor dem Spiegel. Ich habe meine neuen Klamotten angezogen. Ich sehe mich im Spiegel. Eine wei\u00dfe Wand. Einfallendes Licht. Und ein Mensch. Da stehen sie, die Kohlenstoffketten. Ich sehe mich selbst. Was f\u00fchle ich gerade? Was denke ich? Obwohl ich an der Quelle bin, wei\u00df ich es nicht und erkenne es nicht in meinem Spiegelbild. Aber doch sehen die Menschen darin etwas. Die einen im Negativen und die anderen im Positiven. Ich starre mein Spiegelbild an. Das bin Ich, aber warum sehe ich nichts? Es ist als w\u00e4ren da ganze viele Ichs, die ich einfach nicht sehe. In den unterschiedlichsten Ausf\u00fchrungen und mit unterschiedlichen Zielen. Die dutzenden Augen jeden Tag, wie viele dieser Ichs sehen sie? Welche sehen sie? Aber was ist, wenn ich das nicht m\u00f6chte? Muss ich den jedes dieser Bilder m\u00f6gen? Muss ich den mit jedem dieser Bilder verbunden sein? Ich fahre mit einem Finger \u00fcber mein Kinn. Das Spiegelbild folgt der Bewegung. Aber was machen die anderen Bilder? Ob sie wohl gerade mein Inneres repr\u00e4sentieren? Als ein Kollektiv?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erl\u00f6sung<\/h3>\n\n\n\n<p>Tr\u00e4nen flie\u00dfen \u00fcber meine Wange. Ich sitze in einem bewaldeten Park. Zwischen den ganzen B\u00e4umen und B\u00fcschen gibt es einige Spots um sich zu verstecken. Ich musste weg. Sie haben mich wieder erniedrigt. Und wieder. Und wieder. W\u00e4hrend ich versuchte ihre Worte zu ignorieren, sah ich Felix. Er lachte. Es machte ihn Spa\u00df? Ich rannte einfach los. Weg davon. Einfach nur weg. Mein K\u00f6rper f\u00fchlt sich schwach an. Mein Herz schmerzt, als h\u00e4tten Menschen mehrere Nadeln hineingesteckt. Ich wei\u00df nicht, was mein Sinn des Lebens sein soll. Ich w\u00fcrde gerne vergessen was passiert ist. Die Erinnerung l\u00f6schen. Mich befreien davon. W\u00e4hrend ich denke, raschelt es neben mir. Dort steht ein Mensch. In schwarz-roter Kleidung mit einer Maske. &lt;Hey, keine Angst.> sagt die Person mit einer freundlichen Stimme, als sie meine Blicke bemerkt. &lt;Ich habe eine Person weinen geh\u00f6rt und dachte mir ich schaue mal nach.> erg\u00e4nzte diese und kam n\u00e4her zu mir. Ich weiche etwas zur\u00fcck und sage &lt;Es ist alles gut. Ich habe gerade nur etwas Trauriges erlebt. Sie k\u00f6nnen ruhig weitergehen.>. Ich versuche meine Tr\u00e4nen zur\u00fcck zu halten und etwas zu l\u00e4cheln ohne dabei merkw\u00fcrdig zu wirken. &lt;Du weinst doch nicht ohne Grund, ich kann dir helfen, wenn du willst.> bietet mir der Mensch an. &lt;Und wie wollen Sie mir helfen?> frage ich, w\u00e4hrend in mir ein mulmiges Gef\u00fchl erscheint. Es ist als w\u00fcrde seine Aura mich einh\u00fcllen und in ihren Bann ziehen. Ich sollte abhauen und doch f\u00fchle ich mich Willkommen. Die Person setzt sich hin und f\u00e4ngt an zu reden &lt;Bestimmt w\u00fcrdest du gerne einige Erinnerung l\u00f6schen oder?>. Ich sitze auf einen Schlag gerade. Er hat exakt das ausgesprochen, das ich mir noch vor einigen Sekunden dachte. Aber Recht hat er doch. &lt;Nat\u00fcrlich, diese Welt ist schei\u00dfe.> antworte ich ihm weinend. Er beginnt zu lachen. &lt;Hast du ein Gl\u00fcck. Ich kann dir helfen.> beginnt er mit einer lachenden Stimme &lt;Wir k\u00f6nnten Poker spielen. Unsere Eins\u00e4tze sind unsere Erinnerungen \u2013 gute und schlechte. Du kannst jederzeit mit dem Spiel aufh\u00f6ren, du musst mich nur auffordern das Spiel zu beenden.>. Ich weiche zur\u00fcck. Spielen um unsere Erinnerungen? Dieser Mensch ist merkw\u00fcrdig. Aber doch irgendwie gef\u00e4llt mir diese Idee. Ich sollte schon lange rennen \u2013 aber l\u00f6st das meine Probleme? &lt;Klingt gut. Wo und Wann?> sage ich weinend aber l\u00e4chelnd. Eine Vorfreude auf das Vergessen? Vielleicht. &lt;Hier und jetzt.> antwortet der Mensch mit einem \u00fcbertriebenen Lachen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Tragweiten<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein herzroter Mensch liegt am Boden und hat eine stark blutende Wunde. &lt;Geht es dir gut?> schreit ein weiterer Mensch in Gr\u00fcn. Aus dem nichts gab es einen Schlag, und nun liegen so viele von uns hier. Teilweise verletzt. Viele versuchen sich wiederaufzurichten. Einige sind zu den Verletzten gest\u00fcrmt. Wir waren doch gerade erst nach langer Zeit wieder am Aufbl\u00fchen. Wir konnten uns wieder festigen, hatten unser Ziel gefunden. &lt;HaHaHaHa.> ert\u00f6nt es. Verschiedene Menschen erscheinen, darunter eine schwarze und eine blutrote Person. &lt;Sieht ja richtig schnucklig hier aus. Nur an euren roten Siegesnektar m\u00fcsst ihr noch arbeiten. Das ist doch viel zu wenig.> sagt die blutrote Person. Sie waren gr\u00f6\u00dfer geworden. &lt;Was wollt ihr?> fragt die gelbe Person weinend. &lt;Nicht viel. Nur euch ausl\u00f6schen. Ganz einfach.> antwortet die Person in Schwarz lachend, w\u00e4hrend sie n\u00e4her zu den Menschen gekommen war. Die teilweise verletzenden Menschen blickten entsetzt und verst\u00f6rt. &lt;Niemals.> schreit die gr\u00fcne Person aggressiv und entschlossen. &lt;Schade.> antwortet die schwarze Person lachend und gibt der gr\u00fcnen Person einen Tritt mit dem Fu\u00df. Die gr\u00fcne Person konnte diesem nicht ausweichen und wurde nach hinten geschleudert. Als sie auf dem Boden ankam, verzog sie schmerzerf\u00fcllt ihr Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Poker<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich sitze an einem Tisch. Gegen\u00fcber von mir ist dieser komische Mensch. Auf dem Tisch liegt ein Deck Karten. &lt;Wir spielen Texas Hold\u2019em (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Texas_Hold\u2019em\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Texas_Hold\u2019em<\/a>), okay?> fragt er mich mit einem L\u00e4cheln im Gesicht. &lt;\u00c4hm, okay? Du musst mir aber die Regeln erkl\u00e4ren.> antworte ich verunsichert. In Bruchteilen von Sekunden waren wir vom Park in diesen Raum gekommen. Was genau geht hier vor sich? Ich h\u00f6re ihm aufmerksam zu, w\u00e4hrend er die Regeln erkl\u00e4rt. Kaum hatte er zu Ende erkl\u00e4rt, erschienen vor mir einige Pokerchips. Es gab glitzernde Chips und es gab sehr dunkle Chips. Von beiden Sorten hatte ich je zwei 250er, drei 100er und vier 50er Chips bekommen. Ich greife mit meiner Hand nach den dunklen Pokerchips. Ich hebe einen der 50er Chips auf. Kaum hatte ich den Chip aufgehoben, f\u00fchlte sich mein Kopf mit den Erinnerungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sa\u00dfen damals in unserem Klassenzimmer. Zwei Polizisten kamen in das Zimmer und begr\u00fc\u00dften uns. Darauf begann einer der Polizisten zu sprechen. &lt;Wie bestimmt einige mitbekommen haben, hat sich Sidney aus der Nachbarklasse das Leben genommen. Wir m\u00f6chten mit euch dar\u00fcber reden.&gt;. Ich habe Sidney nicht wirklich gut gekannt. Ich habe einige mal erlebt, wie Sidney geschlagen wurde und beleidigt wurde. Aber ich konnte nicht helfen. Und jetzt? Jetzt kann keine*r mehr Sidney helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse den Chip fallen. Ich weiche zur\u00fcck. Woher kennt er meine Erinnerungen? Oder war das nur eine Einbildung? Ich greife nach einem 100er Chip. Aber auch hier, kaum ber\u00fchre ich ihn, kommen die Erinnerungen in meinen Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Warst du wieder am Altkleidercontainer?&gt; wurde ich gefragt, als ich beim Sportverein ankam. Ich hatte neue Sportklamotten bekommen, nachdem beim letzten Spiel meine Klamotten merkw\u00fcrdigerweise kaputt gegangen sind. Mein Vater ist Alleinerziehend und oftmals nicht meiner Meinung. Die Erinnerung an den Verlust meiner Mutter durch Krebs ist bestimmt auch in diesen Chips. Seiner Meinung nach, h\u00e4tte ich auf ein Spielplatz gehen und dort Spa\u00df haben sollen. Das w\u00fcrde dann auch nicht so viel Kosten, da ich ja anscheinend nicht wei\u00df, wie ich mit Klamotten richtig umgehe. Dementsprechend habe ich nicht immer die neusten oder teuersten Sachen an. Ich mag es auch Handball zu spielen. Ich konnte so gut sein wie ich wollte, am Ende wurde ich immer aufgrund meiner Klamotten heruntergestuft. Der zust\u00e4ndige Trainer hat das ganze beg\u00fcnstigt, seiner Meinung nach, sollten nur die Menschen Sport machen, welche sich teure Sportklamotten leisten k\u00f6nnen. Wer keine teuren Klamotten h\u00e4tte w\u00fcrde sich nicht f\u00fcr seinen Sport interessieren. Nach vielen Monaten hatte ich keine Lust mehr und habe mein Hobby aufgegeben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fange an zu weinen. Die Erinnerungen schmerzen. Ich will sie nicht noch einmal erleben. Nicht noch einmal die Schmerzen. Diese Schmerzen qu\u00e4len mich doch schon mein ganzes Leben. Ich fange an zu zittern. Ich will das es endet. Ich fasse mit meiner Hand zu meinem Herz, es f\u00fchlt sich an, als w\u00fcrde es gerade sterben. Ich will die anderen Chips nicht sehen! Sie sollen weg! Ich will endlich Happy sein. Ein gl\u00fcckliches Leben f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Wahrheit<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich fange an zu l\u00e4cheln. Mein Spiegelbild folgt mir. Ich denke gerade an ihn und ich freue mich. Das Gemeinsame, dass wir erleben. Das Gemeinsame, dass wir planen. Das Vertrauen und Verst\u00e4ndnis. Ich sehe in ihn etwas. Seine gr\u00fcnen Augen, sagen mir etwas. Sie versuchen mich zu erreichen, in ihren Bann zu ziehen. Als w\u00fcrden sie so viel sagen, dass ich nicht verstehe. Aber doch nimmt der Bann Einfluss auf mich. Oder gibt mein K\u00f6rper diesen Bann nur nach? Weil es sich gut anf\u00fchlt? Ich sehe sehr nachdenklich aus im Spiegel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Immer weiter<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich zittere noch immer. Ich will keinen dieser Chips anfassen. &lt;K\u00f6nnen wir beginnen?> fragt er mich lachend. &lt;\u00c4hm&#8230; Ja klar.> antworte ich stammelnd, w\u00e4hrend mir weitere Tr\u00e4nen \u00fcber meine Wange laufen. &lt;Super! Dann darfst du vom Deck abheben.> sagt er mit einem breiten L\u00e4cheln. Ich hebe ein Teil ab und lege ihn neben den urspr\u00fcnglichen Stapel hin. Der Mensch teilt jedem zwei Karten aus. Ich nehme meine beiden Karten. Eine Herz sieben und eine Kreuz zwei. W\u00fcrde ich ein hohes Blatt wollen, w\u00e4ren diese Karten absoluter Schrott. Aber was ist mein Ziel? Ich will das der Schmerz aufh\u00f6rt. Ich will gl\u00fccklich sein. Also habe ich doch gute Karten. &lt;Ich setze 100.> sage ich entschlossen zu ihm, w\u00e4hrend ich den Handball-Chip in die Mitte werfe. Endlich weg! Befreit! Ich versuche meine Freude zu verstecken, ich gewinne gerade! &lt;Na, du willst es aber wissen.> sagt er, w\u00e4hrend er sich vor Lachen kaum halten kann. &lt;Dann gehe ich mal mit und erh\u00f6he um 250.> sagt er sichtlich erfreut. Wie einfach. Ich kann alles so schnell los werden? H\u00e4tte ich gewusst, dass es so einfach geht, h\u00e4tte ich mich schon fr\u00fcher befreien k\u00f6nnen. Ich greife nach einen der beiden 250er Chips. Kurz bevor ich ihn ber\u00fchre, stoppe ich. Wenn ich ihn ber\u00fchre, dann muss ich mich erinnern. Nur ein letztes Mal. Danach nie wieder.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vertrauen<\/h3>\n\n\n\n<p>Selina ist heute bei mir. Wir schauen gemeinsam Filme und reden \u00fcber unsere Zukunft. Sie m\u00f6chte in eineinhalb Jahren mit einer Ausbildung anfangen. Ich w\u00fcrde gerne die FOS besuchen um danach zu Studieren. Wir erz\u00e4hlen von unseren Tr\u00e4umen, was mir gerne mit unserem ersten Geld machen w\u00fcrden. Allerdings ist es schon sp\u00e4t und Selina muss bald nach Hause. Ich frage sie, ob ich ihr f\u00fcr mich wichtige Dinge anvertrauen kann. Sie wei\u00df sehr viel \u00fcber mich und mein Leben, auch geh\u00f6rt sie zu den ganz wenigen Menschen, die bei mir zuhause waren. Selina antwortet &lt;Ja, klar. Immer doch. Du wei\u00dft bei mir ist es sicher.&gt;. Sie l\u00e4chelt, wie immer. Ich atme tief durch. Ich habe gro\u00dfe Angst davor. Es ist f\u00fcr mich sehr wichtig. Aber kein anderer Mensch darf es erfahren. Nachdem ich ihr es gesagt habe, l\u00e4chelt sie mich an. Wir schauen auf die Uhr. Selina muss los. Ich bringe sie zur T\u00fcr und wir verabschieden uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag komme ich ihn die Schule. Ich hatte gerade die T\u00fcr ge\u00f6ffnet, da h\u00f6rte ich einen Mitsch\u00fcler schreien &lt;Wei\u00dft du schon, dass Neueste \u00fcber Alex?&gt;. Ich trete in das Schulgeb\u00e4ude und sehe wie die Sch\u00fcler*innen gro\u00dfe Augen bekommen und fassungslos dastehen. Als sie mich bemerken, schauen sie mich angewidert an. Was war passiert? Nein! Nicht! Ich fange an zu weinen. Selina hatte es weitergesagt. Ich drehte mich um. Ich rannte los. Ich will nicht. Warum? Mein Herz schmerzt, meine Beine schmerzen vom Laufen und mein Gesicht ist von Tr\u00e4nen \u00fcberflutet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Regeln und Folgen<\/h3>\n\n\n\n<p>Chips im Wert von 2000 liegen in der Mitte des Tisches. Ich habe sie fort. Sie sind da drinnen. Meine Traurigkeit und Schmerz mischen sich mit Freude. So viele. So viele Erinnerungen. Ich musste sie alle noch einmal durchleben. Endlich ist er der Schmerz weg. Nie wieder! Frei! Gl\u00fccklich! Wie ein Mensch es sich w\u00fcnscht. Der Mensch legt die letzte Karte. In der Mitte liegen jetzt 5 Karten. &lt;Also ich habe ein Drilling und du?&gt; fragt mich der Mensch lachend und zufrieden. &lt;\u00c4hm, High Card.&gt; beginne ich mit einer Mischung zwischen Weinen und Lachen &lt;sieht so, als h\u00e4tte ich wohl verloren.&gt;. &lt;Na, dann habe ich wohl gewonnen.&gt; sagt er lachend. Er lacht sehr herzhaft. Warum freut er sich so? &lt;Du hast gesagt, ich kann jederzeit gehen, wenn ich m\u00f6chte.&gt; sage ich fest entschlossen und freudig. &lt;Das stimmt. Aber du solltest eine Kleinigkeit nicht vergessen.&gt; sagt er lachend, w\u00e4hrend er sich kaum noch auf den Stuhl halten kann. &lt;Das was du bist, sind deine Erinnerungen. Die tollen Erinnerungen entstehen durch das Kollektiv deiner Erinnerungen und deines Charakters und bekommen ihren Wert durch die schlechten Erinnerungen. Und das Kollektiv der Erinnerungen nimmt Einfluss auf deinen Charakter. Oder einfacher formuliert: Deine tollen Erinnerungen sind nicht mehr alle toll. Auch werden sie nicht lange halten, denn dir fehlt jetzt ein gro\u00dfer Teil von dir. Am Ende wirst du wieder tolle und schlechte Erinnerungen haben, aber keine die du dir jetzt w\u00fcnscht.&gt; erkl\u00e4rt er mir lachend, w\u00e4hrend er mir n\u00e4herkommt. &lt;Aber genau das wolltest du doch, oder?&gt; sagt er lachend, w\u00e4hrend er mit seinem Gesicht nahe zu meinem kommt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Atmung stockt. Mein Herz rast. Ich zittere. &lt;WAASS?&gt; schreie ich ihn an. Ich weine. Die Tr\u00e4nen flie\u00dfen wie B\u00e4che \u00fcber meine Wange. &lt;Muss ich meine letzte Aussage wiederholen?&gt; fragt er mich lachend und genervt. Er schaut mich fragend an. &lt;Du solltest mein Leben besser machen!&gt; schreie ich ihn weinend an. Er f\u00e4ngt an zu lachen und sagt lachend &lt;Ich sollte was? Ich habe dir nur angeboten, mit dir um deine Erinnerungen zu spielen. Mehr nicht.&gt;. W\u00e4hrend er lachend auf dem Boden liegt, f\u00fchle ich mich, als w\u00fcrde ich sterben. Ich schaue auf die glitzernden Chips. Mein Reichtum! Nein! Das kann nicht wahr sein! Ich zucke zusammen, mein Herz schmerzt. Mit beiden H\u00e4nden versuche ich von au\u00dfen mein Herz zu ber\u00fchren. Ich will das es aufh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Ziel<\/h3>\n\n\n\n<p>Leben? Eine Freiheit oder eine B\u00fcrde? F\u00fchlst du die Freiheit, wie sie dich in dem Arm nimmt? F\u00fchlst du wie die Hoffnung dir Kraft gibt? F\u00fchlst du die W\u00e4rme einiger Menschen? L\u00e4chelst du? Aber was ist, wenn das geschrieben komplett obskur f\u00fcr dich ist? Wenn das geschriebene in weiter Ferne ist? Du beginnst zu rennen und das Ziel wird nicht gr\u00f6\u00dfer. Aber du rennst und rennst. Und nach einigen Metern befindest du dich im Nichts, du bist Orientierungslos. Du siehst dein Ziel nicht mehr und beginnst Wild umher zu rennen. Aber doch kannst du n\u00e4her zu deinem Ziel kommen, aber dich auch entfernen. W\u00e4hrend sich die Welt um dich herum zerst\u00f6rt, rennst du weiter. Und doch hoffst du wie ein Frosch auf ein St\u00fcck Butter um dich zu befreien, obwohl du im Wasser schwimmst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wert und Angst<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Tisch. Zwei Menschen. Vor mir liegen noch ein 250er Chip, ein 100er Chip und ein 50er Chip. Was kann ich machen? Ich will nicht mehr. Aber dann ist alles kaputt. Aber ich k\u00f6nnte neue Erfahrungen sammeln. Aber verliere die f\u00fcr mich wertvollen Erinnerungen. Aber ich kann mich ja um sie k\u00fcmmern. Aber das bin nicht mehr ich. Ich habe eine Herz f\u00fcnf und ein Karo vier auf der Hand. In der Mitte liegt eine Pik Acht, eine Kreuz Eins, eine Herz sieben und eine Kreuz sechs. Die letzte Karte wurde noch nicht aufgedeckt, allerdings habe ich einen Straight. Ich muss nur das eine mal gewinnen, dann ist wieder alles wie davor. Aber doch will ich nicht. Es tut so weh, die Chips zu legen. Ich krampfe jedes Mal zusammen. Ich kann meine Emotionen nicht mehr steuern. Ich will das es endet. &lt;Ich erh\u00f6he um 50.&gt; sage ich weinend, w\u00e4hrend ich den letzten 50er Chip in die Mitte lege.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Hey, wie geht es dir?&gt; fragt em mich. Ich sitze an einem Baum und weine. &lt;Das war echt Mies von Selina.&gt; sagt Kyle zu mir und versucht ein l\u00e4chelndes Gesicht zu machen. &lt;Du musst nicht bei mir sein.&gt; antworte ich weinend. &lt;Ich will aber bei dir sein, Alex. Ich mache mir doch auch Sorgen.&gt; antwortet em ebenfalls leicht weinend. Ich blicke em an und versuche etwas zu l\u00e4cheln. Es d\u00fcrfte sehr Fake aussehen. Kyle nimmt mich in den Arm. Es f\u00fchlt sich gut. Ein Halt im endlosen Fall. &lt;Du bist und bleibst mein Alex.&gt; sagt em weinend zu mir. Ich f\u00fchle mich wieder etwas besser. &lt;Danke das du da bist.&gt; sage ich noch immer weinend zu ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Nur 50? Und ich dachte, dass du deine Erinnerungen wiederhaben m\u00f6chtest.&gt; sagt der Mensch lachend zu mir, w\u00e4hrend er seinen Kopf auf seine Hand st\u00fctzt. &lt;Halt die Klappe!&gt; schreie ich ihn w\u00fctend und traurig an. &lt;Wei\u00dft du \u00fcberhaupt, was es bedeutet diese Erinnerungen zu setzen?&gt; frage ich entsetzt. &lt;Du hast ja Probleme.&gt; sagt er ziemlich genervt, w\u00e4hrend er seine Augen verdreht. Dieser Mensch kennt nur eins. Alles verschlingen bis ich Tod bin. &lt;Wir entscheiden, was uns Menschen und Momente wert sind. Die Wichtigkeit einer Person kommt aus unserer Angst. Aus der Angst die Person zu verlieren. Aus der Angst die Person zu verletzen. Aus der Angst der Person unsere Gef\u00fchle zu offenbaren. Aus der Angst abgelehnt zu werden. Wenn ich beispielsweise eine Person liebe, ist es auch meine Angst die ich \u00fcberw\u00e4ltige. Die Angst vor Zur\u00fcckweisung, vor negativen Reaktionen, vor Ablehnung nicht nur durch die Person, sondern auch von meinem Umfeld. Aber ich habe das getan, weil ich es wollte. Es sind meine Handlungen und Empfindungen. So kann ein Chip von der Gesellschaft als 50 ausgeschrieben sein, w\u00e4hrend er mich f\u00fcr 250 oder mehr wert ist. Also halt deine Klappe! Geh entweder mit oder gib auf!&gt; schreie ich ihn w\u00fctend an, w\u00e4hrend ich mich immer Gef\u00fchlloser f\u00fchle. Wie eine H\u00fclle, dessen Leben sich aufl\u00f6st und nur die Notfunktionen aufrechterh\u00e4lt. Es schmerzt. Aber vielleicht ist das auch meine Strafe. Oder eine Art des L\u00e4chelns?<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Wert? Wer verspielt hier seine Erinnerungen, als w\u00e4re es nichts? Das ist dann aber ein wertvolles nichts.&gt; sagt er genervt zu mir, w\u00e4hrend er gelangweilt aussieht. &lt;Aber gut, lass uns Spa\u00df haben! Ich gehe mit und setzte 350.&gt; sagt er anschlie\u00dfend lachend. Er beugt sich nach vorne und schaut mich mit weit ge\u00f6ffneten Augen an. Ich schrecke zur\u00fcck. Was? Gibt es kein zu Wahnsinnig f\u00fcr ihn? Ich versuche auf die beiden verbleibenden Spielchips zu schauen. Ich zucke zusammen. Ich kann doch nicht. Ich kann doch nicht diese Erinnerung auf das Spiel setzen. Aber wenn ich nicht gewinne, verliere ich die anderen Erinnerungen. Ich habe nur diesen einen Weg. Ich bewege meinen Kopf nach links und weine. Mit meiner rechten Hand gehe in Richtung der Chips. Ich zittere. Ich will nicht. Meine Hand weigert sich. Ich will nicht mehr. Mein ganzer K\u00f6rper schmerzt. Aber doch schiebe ich die Chips in die Mitte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Moment der Ewigkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt;Hey, lass den Kopf nicht h\u00e4ngen.> sagt meine Mutter. Sie sitzt in einem Krankenbett und l\u00e4chelt mich an. &lt;Alle Menschen verlassen irgendwann diesen Planeten. Da ist Mama auch keine Ausnahme.> redet meine Mutter beruhigend auf mich ein. Ich habe sie seit langem, das erste Mal wiedergesehen. Sie hat ganz tief und fest geschlafen und sie wird bald nicht mehr aufwachen. &lt;Aber was mache ich ohne dich?> frage ich sie traurig. &lt;Bestimmt wirst du zu einem tollen Menschen, auch ohne mich.> beginnt sie &lt;Jetzt erz\u00e4hl mir erstmal, was du bis jetzt alles gemacht hast in deinem Leben. Du hast doch bestimmt schon viel erlebt.>. &lt;Ja nat\u00fcrlich! Also pass auf.> beginne ich mit Freude zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ende<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt;Dann decken wir mal die letzte Karte auf.> sagt er lachend. Er legt die erste Karte auf den Burn-Stapel und legt die zweite Karte in die Mitte und dreht diese anschlie\u00dfend um. Es war eine Kreuz zwei. &lt;Was hast du denn?> fragt er mich. Ich lege siegessicher meine Karten auf den Tisch und sage &lt;Eine Stra\u00dfe mit vier, f\u00fcnf, sechs, sieben und acht.>. Er beginnt zu lachen. &lt;S\u00fc\u00df, naja ich habe hier eine Kreuz zehn.> sagt er lachend, w\u00e4hrend er seine erste Karte ablegt. W\u00e4hrend er seine zweite Karte legt sagt er begeistert &lt;Und hier habe ich eine Kreuz vier. Das bedeutet ich habe einen Flush und damit habe ich gewonnen.>. Was? Ich schaue die Karten an. Nein! Nein! Ich f\u00fchle mich als w\u00fcrde ich sterben. Nein! Das kann doch nicht wahr sein! Ich hatte doch gute Karten. Ich wollte doch nur mein altes Leben wieder! Ich wollte meine Erinnerungen bewahren. Ich wollte doch keine*n verlieren. Und jetzt? Ich bin nichts mehr. Als h\u00e4tte ich nie gelebt. Ich schaue mich selber an. Ein K\u00f6rper, dessen Inhalt leer ist. Noch vor Stunden stand ich vor dem Spiegel und sah mich. Und jetzt ist Alex nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lachen<\/h3>\n\n\n\n<p>So viele Menschen. In gr\u00fcn, herzrot, gelb, orange, hellblau, violett, pink und vielen anderen Farben. Alle verletzt am Boden. Alle bluten. &lt;Jetzt seit doch nicht so widerspenstig.> sagt ein Mensch in Schwarz sehr genervt. &lt;Aber sie k\u00f6nnten mehr bluten.> sagt eine Person in Blutrot lachend, w\u00e4hrend sie in einer Blutpf\u00fctze liegt. Die herzrote Person versucht aufzustehen, allerdings versagt sie dabei. Es wirkt als w\u00fcrde eine unsichtbare Hand sie daran hindern. Aber auch der gr\u00fcne Mensch k\u00e4mpft. Fast Tod und doch m\u00f6chten sie nicht aufgeben. Aber nicht einmal mehr folgt die Form dem Willen. &lt;Bald ist es geschafft. Bald ist es unser K\u00f6rper.> sagt die schwarze Person zur blutroten Person lachend. &lt;Ihr werdet das niemals schaffen.> versucht die herzrote Person zu schreien. &lt;Wer redet denn mit dir?> beginnt die blutrote Person lachend &lt;Du k\u00f6nntest mir nur mehr Blut geben, der Vorrat hier wird schon wieder knapp.>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Suche<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt;Alex bist du hier? Das ist doch dein Lieblingsort.> schreit Felix besorgt. Er geht durch den Park und bleibt immer wieder stehen. Dann geht er in die Hocke und sucht in den B\u00fcschen und unter den B\u00e4umen. Er sieht sehr besorgt und traurig aus. &lt;Alex!> schreit er erneut. Er geht weiter und sucht wieder. Aber was macht er hier? Er hatte doch gelacht. Ich bedeute ihn doch nichts! Oder? Bin ich ihm wichtig? Macht er sich Sorgen? &lt;Alex! Bist du hier? Geht es dir gut?> schreit er erneut. Er wirkt langsam verzweifelt, dass er mich nicht findet. Ich f\u00fchle etwas. Ich f\u00fchle mich als w\u00fcrde in mir ein Kampf toben. Als h\u00e4tte sich ein rot-gr\u00fcner Schleier \u00fcber mich gelegt. Als w\u00fcrde die Liebe, die Freundschaft und die Hoffnung zum Angriff schreien. Obwohl er nur nach mir ruft, sagt er so viel. Ich h\u00f6re und sehe so viel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ich entscheide<\/h3>\n\n\n\n<p>Mein K\u00f6rper h\u00f6rt nicht auf mich. Aber ich will nicht. Ich nehme meine letzte Kraft zusammen. Ich bestimme was passiert. Ich schaffe es ihn von mir wegzudr\u00fccken. &lt;Was soll das?> fragt er mich weinend. &lt;Du willst es doch auch!> schreit er mich an. &lt;Nein! Ich wollte Erl\u00f6sung und habe immer und immer mehr zerst\u00f6rt. Statt zu stoppen, habe ich noch mehr zerst\u00f6rt.> sage ich weinend und unter Schmerzen. Er weicht lachend zur\u00fcck. Da! Es ist eine M\u00fcnze erschienen. Sie hat den Wert 1000 und ist eine Mischung aus den dunklen und den glitzernden Chips. Ich greife benommen nach ihr. Kaum habe ich ihren Inhalt gesehen, breche ich in Tr\u00e4nen aus. Danke Felix. Eine Chance hier raus zu kommen. &lt;N\u00e4chste Runde!> schreie ich entschlossen. Er zuckt zur\u00fcck und schaut mich fragend an. &lt;Wir waren kurz vor der Extase und du machst den sch\u00f6nen Moment kaputt.> sagt er weinend, w\u00e4hrend er sich auf seinen Stuhl setzt. Er beginnt die Karten zu mischen und jedem 2 Karten zu geben. &lt;Du hast mir mein Spa\u00df kaputt gemacht! Ich setze alle deine Chips!> schreit er mich w\u00fctend an. Ich atme tief ein und aus. Ich schaue den Chip an. Ich beginne zu l\u00e4cheln und halte die Tr\u00e4nen zur\u00fcck. Es ist meine Chance. Ich nehme den Chip und lege ihn schwungvoll in die Mitte des Tisches und schreie &lt;All-In!>. Er weicht zur\u00fcck und schaut mich fragend an. &lt;Aber du machst das ganze Spiel kaputt.> sagt er weinend. Er beginnt damit die weiteren Karten aufzudecken. In der Mitte liegen die Karo zehn, Karo Jack, Karo zehn, Pik drei und eine Karo neun. &lt;Karo sieben und acht. Ich habe einen Straight Flush.> sagt er lachend. &lt;Oh sch\u00f6n f\u00fcr dich. Karo Queen und King.> sage ich lachend zu ihm und lege meine Karten auf den Tisch. Ich habe es geschafft! Ich habe es \u00fcberwunden. &lt;Ich m\u00f6chte mit dem Spielen aufh\u00f6ren.> sage ich fest entschlossen und weinend vor Freude. &lt;Nein! Ich will doch auch mein Spa\u00df haben.> schreit er mich weinend an. &lt;Ich will aber Alex sein und nicht eine leere Puppe. Ich will Leben und nicht permanent im Schmerz existieren!> schreie ich ihn an. Er schaut mich ver\u00e4chtlich an. Ich sehe wie er und der Raum sich in schwarz-rote Partikel aufl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Es wird Zeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich sitze wieder im Park. Es ist einige Zeit vergangen. Ich schaue mich an. Ich bin da! Ich erinnere mich! Ich beginne zu weinen. Wo ist Felix? Ich krieche aus dem Geb\u00fcsch. Da! Da vorne ist er! &lt;Alex!> ruft er weinend, w\u00e4hrend er mich noch nicht bemerkt hat. &lt;Felix!> rufe ich ebenfalls weinend zur\u00fcck. Kaum habe ich ausgesprochen, dreht er sich um. Sein Gesicht beginnt zu l\u00e4cheln und er kommt auf mich zu. Ich beginne ebenfalls zu ihm zu gehen. Kaum haben wir uns erreicht, fallen wir uns die Arme. &lt;Danke!> fl\u00fcstere ich ihm zu. &lt;Ich bin so froh, dass es dir gut geht.> antwortet er mir. &lt;Ich muss dir so viel sagen und gestehen.> sage ich nerv\u00f6s zu ihm. Wir haben aufgeh\u00f6rt uns zu umarmen. &lt;Klar, wenn du willst. Wie w\u00e4re es \u00e4hh bei mir mit einem leckeren Getr\u00e4nk?> sagt er mit einem leichten l\u00e4cheln zu mir und wischt sich die Tr\u00e4nen vom Gesicht. &lt;Klar gerne.> antworte ich l\u00e4chelnd. &lt;Na dann, auf zu mir.> sagt er fr\u00f6hlich, w\u00e4hrend er meine Hand nimmt. Ich schaue zuerst auf unsere H\u00e4nde und dann zu ihm. &lt;Du sagst so viel, obwohl du wenig redest. Ein paar Sachen wei\u00df ich.> sagt er l\u00e4chelnd, als er mein Blick bemerkt. Ich antworte l\u00e4chelnd &lt;Na, dann los.>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfunden. Allerdings ist sie teilweise sehr traurig und wird teilweise sehr explizit. Bitte lese, diese Geschichte nur, wenn du dich bereit daf\u00fcr f\u00fchlst. Sollte es dir nach dem Lesen der Geschichte schlecht gehen, suche dir Hilfe. Es gibt eine begleitende Musikplaylist. 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