{"id":115,"date":"2020-11-16T15:41:36","date_gmt":"2020-11-16T14:41:36","guid":{"rendered":"https:\/\/phillip-pietsch.wtf\/?p=115"},"modified":"2020-11-16T15:41:36","modified_gmt":"2020-11-16T14:41:36","slug":"deine-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phillip-pietsch.wtf\/?p=115","title":{"rendered":"Deine Entscheidung"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfunden. Allerdings ist sie teilweise traurig und wird teilweise sehr explizit. Bitte lese, diese Geschichte nur, wenn du dich bereit daf\u00fcr f\u00fchlst.<\/h5>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Es gibt eine begleitende Musikplaylist. Sie ist zum Anh\u00f6ren, w\u00e4hrend dem Lesen, aber die Lieder sind nicht an bestimmte Abschnitte gebunden. Link: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLeY9d37XnfOc3mlhVeYK6ciaue7ZQf5Xr\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLeY9d37XnfOc3mlhVeYK6ciaue7ZQf5Xr<\/a><\/h5>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">14<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Sonne scheint durch die Fenster, w\u00e4hrend ich in den gro\u00dfen Saal gebracht werde. Das Geb\u00e4ude wurde wiederaufgebaut, die Sch\u00e4den der Vergangenheit sind aber allgegenw\u00e4rtig zu sehen. Aber es muss nicht einwandfrei sein. Denn es ist keine Kunstausstellung, sondern der Ort an welchem, Menschen ihre Verantwortung f\u00fcr ihre Taten \u00fcbernehmen m\u00fcssen. So wie Ich. Um meinen linken Arm ist eine Handschelle, um meinen rechten Arm ist ein Metallkette. Mein Outfit ist sehr schlicht und einfach. Die Standardsuite, wie sie jede*r Inhaftierte*r bekommt. Rechts von mir sind Zuschauer und links von mir sind die Richter*innen. In der Mitte der Richter*innen sitzt du. Du erhebst dich, als ich weiter in den Raum gebracht werde. Du siehst gut aus in deinem schwarzen Umhang. Dein Gesicht ist voller geworden und dein K\u00f6rper hat sich erholt. \u00a0&lt;Angeklagte, setzen Sie sich bitte.> sagst du zu mir. Im Raum liegt eine gemischte Stimmung und ich hoffe das die Stimmung nicht kippt. Die Sonne scheint mir in das Gesicht, als w\u00fcrde sie mir einen guten Tag w\u00fcnschen. Aber leider k\u00f6nnen diese Strahlen mich seit langem nicht mehr erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Alltag<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt;Antanzen 1.025.301!&gt; ruft mein Leistungs\u00fcberwacher. Ich gehe einen Schritt nach vorne. Meine Kleidung ist teilweise zerfetzt. Einige St\u00fccke fehlen. Mein Gesicht ist sehr schmal und schmutzig. Mein K\u00f6rper ist abgehungert, teilweise sind die Knochen sichtbar. Und doch sehe ich so \u00e4hnlich zu allen anderen Arbeitermenschen aus. Diese Menschen gelten als nicht wertvoll f\u00fcr das System und werden unter Sklaverei \u00e4hnlichen Methoden zur Arbeit eingesetzt. Auch ich bin nicht wertvoll. &lt;Ihre Leistung ist r\u00fcckg\u00e4ngig, daher wird ihre Essensration auf 250 gr. pro Tag reduziert.&gt; sagt der \u00dcberwacher zu mir. &lt;Noch weniger? Wie soll ich denn \u00fcberleben&gt; frage ich ihn entsetzt. Mir geht es doch jetzt schon nicht gut. &lt;Dann musste halt mehr arbeiten.&gt; schreit er mich sichtlich genervt an. &lt;Antanzen 1.025.302! &gt; schreit er in die Menge und ignoriert mich. &lt;Ja was ist? Schau das du weitergehst!&gt; werde ich von ihm angeschrien, als die n\u00e4chste Person kommt. Diskussionen sind wohl sinnlos. Ich gehe auf die Seite. Kann ich den etwas daran \u00e4ndern? Ich gehe weiter auf dem Trampelpfad zu meiner Schlafeinheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechts von mir ist ein gro\u00dfer Screen. Er steht auf St\u00fctzen mitten im Firmengel\u00e4nde. Dort l\u00e4uft den ganzen Tag, der staatlich kontrollierte Fernsehersender. Gerade l\u00e4uft eine Ansprache der Wahlsiegerin. W\u00e4hlen d\u00fcrfen nur die wertvollen Menschen, also jene welchem dem System nahestehen. Und \u00dcberraschung, die w\u00e4hlen sehr Regierungsnah. &lt;Wir m\u00fcssen die wertvollen Menschen st\u00e4rken. Die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Mittel, werden wir durch Effizienz Steigerung in der Produktion unserer Waren bekommen. Dort gibt es starke Potenziale, die wir aussch\u00f6pfen werden.&gt; sagt die neue Pr\u00e4sidentin sehr euphorisch. Effizienz Steigerungen? Wir sind doch schon wandelnde Knochen. Viele brechen w\u00e4hrend der Arbeit zusammen oder sind so verzweifelt, dass sie Suizid begehen, wenn wir im Bergwerk Sprengungen machen. Noch mehr Arbeit und wir sind nahe an der 24\/7 Arbeitszeit oder weniger Nahrung, dann ern\u00e4hren wir uns bald von Luft und Dem\u00fctigung. Die W\u00e4chter*innen sind sichtlich erfreut von diesen S\u00e4tzen, w\u00e4hrend die Menschen um mich herum seufzen. Das Entsetzen steht ihnen im Gesicht. Einige fangen an zu Weinen und brechen zusammen. Ein Nickerchen machen, Arbeiten und verhungern \u2013 dass sind alle unsere Rechte und doch sollen sie weiter gek\u00fcrzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gegen die Polizei<\/h3>\n\n\n\n<p>Vor mir steht mein Bruder und lacht wie immer. Er hat f\u00fcr uns Schilder mitgebracht, auf meinem steht mit roter Schrift &lt;F\u00fcr die Wiedereinf\u00fchrung der Gewaltenteilung&gt;, auf seinem steht &lt;Gegen den Unrechtsstaat&gt;. Wir sind auf einer unangemeldeten Demo f\u00fcr Demokratie, gegen den Autorit\u00e4ren Staat und f\u00fcr Rechtsstaatlichkeit. Diese Demos w\u00fcrden niemals genehmigt werden und die Anmelder w\u00fcrden wegen staatszersetzenden Ma\u00dfnahmen in das Gef\u00e4ngnis kommen. Du stehst mit deiner Gruppe etwas weiter hinter uns. Bei dir stehen deine Schwester und dein Bruder und ihr unterhaltet euch miteinander und lacht. Lachen, dass so kostbar ist in diesem untergehenden Staat. Auf euren Schildern stehen Spr\u00fcche wie &lt;Demokratie f\u00fcr alle&gt; oder &lt;Jede Stimme ist gleich viel Wert&gt;. &lt;Na freut ihr euch wieder gegen das Gesetz zu versto\u00dfen?&gt; fragt uns mein Bruder lachend. &lt;Ja, klar!&gt; antworte ich ihm ebenfalls lachend. &lt;Aber pass auf dich auf!&gt; beginne ich &lt;Du bist immer ganz vorne dabei. Lass dich nicht erwischen.&gt;. Ich mache mir Sorgen um meinen Bruder. Der Staat geht sehr hart mit Demonstrierenden um und setzt ohne weitere Bedenken Wasserwerfer, Tr\u00e4nengas und Gummigeschosse gegen die Demonstrierenden ein. Personen, welche von der Polizei gefasst werden k\u00f6nnen, werden ohne Gerichtsverfahren f\u00fcr Monate inhaftiert. Mit &lt;Solange sie mich nur inhaftieren, ist doch alles gut.&gt; versucht mich mein Bruder zu beruhigen und nimmt mich in die Arme. &lt;Du wirst sehen, heute Abend werden wir wieder gemeinsam zuhause essen&gt; fl\u00fcstert er in mein Ohr. &lt;Bestimmt&gt; fl\u00fcstere ich ihm als Antwort. Ich halte meine Tr\u00e4nen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Bum Bum Bum Bum&gt; Da ert\u00f6nt das Signal, dass die Demonstration los geht. Ich schau meinen Bruder an, l\u00e4chle ihn noch einmal an, bevor er verschwindet um an die vorderste Front der Demonstration zu kommen. Ich schaue zu den anderen, an ihren Blicken erkenne ich, dass sie mir sagen m\u00f6chten, dass mein Bruder auf jeden Fall wiederkommt. &lt;Na, dann gehen wir auch mal los, oder?&gt; frage ich in die Runde. Die anderen nicken zustimmend. Es waren viele Menschen gekommen, der Platz war \u00fcberf\u00fcllt mit Menschen, darunter viele junge Erwachsene. Als wir an unserer Endposition angekommen sind, steht deine Gruppe neben uns. Deine Schwester war beim Beginn mit einer anderen Gruppe zu einer anderen Stra\u00dfenabzweigung gegangen. &lt; L\u00f6sen sie sofort diese Veranstaltung auf! Sie haben 5 Minuten sich von diesem Ort zu entfernen, ansonsten werden wir hart durchgreifen.&gt; Diese S\u00e4tze sind schon so vertraut, dass die Menschen sie mittlerweile ignorieren. &lt;Die Demokratie braucht keine Polizeigewalt! Die Demokratie braucht Freiheit!&gt; beginnst du k\u00e4mpferisch mit deiner Gruppe zu schreien. Meine Gruppe sieht sich gegenseitig an, ob wir auch mit schreien sollen. Jeder nickt leicht zustimmend und wir beginnen synchron mitzuschreien.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Wir werden nun die Veranstaaaargh&gt; t\u00f6nt es von der Polizeiseite, als Sch\u00fcsse zu h\u00f6ren sind. Die Menschen werden stumm. Was ist gerade passiert? Da waren Sch\u00fcsse laut und deutlich zu h\u00f6ren, dass w\u00e4re untypisch f\u00fcr Gummigeschosse. Und was ist da vorne bei der Polizei passiert? Verunsicherung macht sich breit. Ich sehe wie zwischen den Polizeifahrzeugen bewaffnete Personen kommen. Kaum sind sie an der Fahrzeugfront, beginnen sie auf die Menschen zu schie\u00dfen. So viele Menschen sterben binnen Sekunden. Wir drehen uns um und beginnen zu laufen. Fliehen. Aber es ist so schwierig, manche Menschen brechen zusammen, ohne dass du ihnen helfen k\u00f6nntest. Andere verstehen nicht, was gerade passiert. Die Angst. Die Angst in jedem Gesicht. Die Angst in jedem K\u00f6rper. Die Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich renne um mein Leben, w\u00e4hrend im Hintergrund immer und immer mehr Sch\u00fcsse ert\u00f6nen. Sie schie\u00dfen. Wahllos in die Menge. Kein Ziel nur blinder Hass. Ich schaue nach hinten. So viele Leichen. Dort liegen bereits hunderte Leichen. Ich fange an zu weinen. Warum? Warum passiert das? Warum m\u00fcssen sie sterben? Sie haben doch nichts gemacht! Ich darf nicht nachdenken, ich muss fl\u00fcchten. Wie es wohl meinen Bruder geht? Er hat doch immer Gl\u00fcck, bestimmt konnte er fl\u00fcchten. Sch\u00fcsse vor mir, rei\u00dfen mich aus meinen Gedanken. Vor mir liegt ein Meer von Leichen. Meine Knie versagen, ich halte das nicht mehr aus. Diese Menschen. Sie. Sind. Tod. Ich falle. Ich lande auf einem Schild mit der Aufschrift &lt;Das Recht auf Leben hat jeder Mensch&gt;, welches durchl\u00f6chert ist. Meine H\u00e4nde baden in Blut. Ich hebe meinen Kopf und sehe meine Hand an. Blut, so viel Blut. Ich fange an zu zittern. Ich schaue von meinen H\u00e4nden weg auf das Gesicht der Person. &lt;Aaah&gt; schreie ich und weiche zur\u00fcck. Dort liegt deine Schwester und ihr Blut ist an meinen Fingern. Ich fange mit einer Schnappatmung an, ich zittere noch mehr. Ich will nicht mehr. Jeden Tag, Qualen ertragen. Jeden Tag, das Gleiche.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nichts zu verlieren<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt;Wir d\u00fcrfen auch nicht vergessen, jenen Menschen zu danken, welche vor 10 Jahren mit der Befreiung unseres Volkes begannen. So dass wir seit 8 Jahren unser Volk befreit haben und unsere gro\u00dfartige Nation gr\u00fcnden konnten&gt; erg\u00e4nzt die neue Pr\u00e4sidentin. Mir l\u00e4uft ein Schauer \u00fcber den R\u00fccken. Befreiung? Ein Massenmord w\u00fcrde es eher treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>In leichter Trace erreiche ich meine Schlafeinheit. Die Schlafeinheiten sind relativ gro\u00dfe Geb\u00e4ude. Es gibt meistens mehrere Schlafr\u00e4ume mit Mehrstockbetten, die so dicht wie m\u00f6glich aneinandergereiht sind. Eigenes Eigentum besitzt keiner, daher sind Schr\u00e4nke oder so etwas \u00fcberfl\u00fcssig. Duschen gibt es auch nicht, es werden nur einige wenige Toiletten gestellt. Ich gehe zu meinem Bett. Ich schlafe in einer Ecke des Raumes, im mittleren von 3 Betten \u00fcbereinander. Bevor ich zu meinem Bett hinaufsteige, spricht mich ein \u00e4lterer Mensch an, welcher unter mir schl\u00e4ft. &lt;Befreiung des Volkes, was f\u00fcr eine L\u00fcge.&gt; sagt er traurig. &lt;Absolut, sie haben doch einfach jeden Menschen get\u00f6tet, der offen gegen ihre Herrschaft war.&gt; sage ich leicht w\u00fctend und traurig. &lt;Eigentlich sollten wir gegen sie rebellieren.&gt; sage ich zu ihm. &lt;Aber sie sind st\u00e4rker und t\u00f6ten uns.&gt; sagt er verunsichert zu mir. &lt;Aber ist den der Tod nicht die Befreiung?&gt; frage ich ihn leicht weinend. &lt; Wir haben nichts mehr, was Sie uns nehmen k\u00f6nnten. Sie k\u00f6nnen uns nur noch den qualvollen Tod nehmen. Ein Mensch der angewiesen w\u00e4re auf Medikamente f\u00fcr sich oder ein Familienmitglied, h\u00e4tte einen Grund nicht zu k\u00e4mpfen. Ein Mensch der eine Familie h\u00e4tte, h\u00e4tte einen Grund nicht zu k\u00e4mpfen.&gt; sage ich zu ihm. Er f\u00e4ngt an zu weinen und fragt mich &lt;Hast du denn nichts, f\u00fcr das du Leben m\u00f6chtest?&gt;. Etwas wichtiges im Leben? Ich? Ich hatte so viel und doch ist es nicht mehr. Ich war reich ohne es zu bemerken, jetzt sehe ich meine Armut. Ich habe gelebt, jetzt \u00fcberlebe ich nur noch. &lt;Nein, nichts&gt; antworte ich unter Tr\u00e4nen. &lt;Das Regime?&gt; fragt mich der \u00e4ltere Mensch, der genau wei\u00df, was passiert ist. &lt;Ja,&gt;, beginne ich, &lt;ich war damals 18 und mit meinem Bruder auf einer Demonstration. Das war exakt vor 10 Jahren.&gt; beende ich meinen Satz weinend. &lt;Das tut mir leid.&gt; sagt der alte Mensch ebenfalls weinend und umarmt mich. Er verstand ohne meine Worte, was passiert ist. Es f\u00fchlt sich gut. Ein gewisses St\u00fcck Geborgenheit. &lt;Aber ich wei\u00df, dass er immer da ist und lachend zu mir sagen w\u00fcrde &lt;Los, lass uns das Gesetz brechen.&gt;.&gt; sage ich immer noch weinend. Wir beiden begannen etwas zu lachen. Mein Bruder war eine tolle Person. Er ging immer positiv durch sein Leben und glaubte immer an das Beste im Menschen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ungeplant<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich werde unfreundlich geweckt durch eine Sirene. Diese Sirene wurde bisher nur einmal genutzt, seit ich in dieser Firma bin. Sie steht f\u00fcr &lt;Es gibt ein Katastrophenfall in einer Firma&gt;. Beim letzten benutzen dieser Sirene gab es in einer Firma einen Revolutionsversuch, welcher blutig niedergeschlagen wurde. &lt;Schau, da sieht man eine riesige Rauchwolke&gt; sagt der \u00e4ltere Mensch sehr aufgeregt zu mir. Ich klettere die Leiter hinunter um auch an das Fenster zu kommen. Die n\u00e4chste Firma ist einige Kilometer entfernt und doch konnte eine gigantische Rauchwolke beobachtet werden. &lt;Hoffentlich geht es den Menschen dort gut.&gt; sage ich zu ihm. &lt;Bestimmt.&gt; sagt eine weitere Person aus der Menschenansammlung die sich gebildet hat. &lt;Eigentlich der perfekte Zeitpunkt um ein paar Gesetzte zu brechen.&gt; sage ich. Ich wei\u00df nicht, was mich dazu brachte. Warum habe ich das gesagt? Ich wei\u00df es nicht. &lt;Eine Revolution jetzt?&gt; fragten die anwesenden Menschen entsetzt. &lt;Viele W\u00e4chter*innen d\u00fcrften abgezogen sein. Wenn ich k\u00e4mpfe, kann ich entweder mit den Menschenrechten leben oder mir den befreienden Tod holen, aber ich muss mich nicht mehr dieser Folter aussetzen&gt; antworte ich in die Menge, leicht schockiert von meinen eigenen Worten. Mein Herz beginnt zu rasen. Zwischen den Menschen beginnt eine Diskussion.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Alle sofort in ihr Bett! Wer nicht h\u00f6rt, wird bestraft!&gt; schreit ein W\u00e4chter, w\u00e4hrend wir am Fenster stehen. Die W\u00e4chter*innen sind mit Maschinengewehren bewaffnet und stehen gerade am Eingang des Schlafsaals. Die Menschen begeben sich zu ihren Betten, das gleiche tue ich auch. So schnell kann ein Gedanke get\u00f6tet werden. Die W\u00e4chter*innen beginnen durch den Saal zu gehen und die Leute zu beobachten. Es muss etwas Gro\u00dfes passiert sein, wenn wir in unseren Betten bleiben sollen. Ich \u00fcberlege, welche Firma in dieser Richtung liegt. Am wahrscheinlichsten w\u00e4re die Chemikalien Fabrik. Das w\u00fcrde auch die gro\u00dfe Rauchwolke erkl\u00e4ren. W\u00e4hrend ich in meinen Gedanken versunken bin, kommt ein W\u00e4chter n\u00e4her zu mir. &lt;Madam kommen sie herunter und stellen sie sich an die Wand.&gt; spricht er mich an. Ich frage mich, was nun folgt. Ob ich vergewaltigt werde oder geschlagen oder einfach aus Spa\u00df umgebracht werde. Das w\u00e4re hier nichts neues. Ich klettere runter zum Boden und stelle mich an die Wand. &lt;Bist du eigentlich noch Jungfrau?&gt; fragt er mich, schmierig l\u00e4chelnd und beginnt meinen K\u00f6rper zu ber\u00fchren. &lt;Ich wei\u00df nicht, was dich das angeht!&gt; schreie ich ihn w\u00fctend an und sto\u00dfe seine Hand von meinem K\u00f6rper weg. &lt;Ach hat die Madam ihre Tage?&gt; schreit er mich w\u00fctend an, w\u00e4hrend er mit seinen beiden H\u00e4nden nach meinen Hals greift. Bevor ich antworten kann, beginnt er damit mir die Luft abzudr\u00fccken. Ich versuche verzweifelt seine H\u00e4nde zu lockern. Ich bekomme keine Luft. Ich bemerke, wie mein K\u00f6rper seine Arbeit langsam einstellt und mir schwarz wird vor den Augen. So geht es nun zu Ende, nach so vielen Jahren Folter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Alles Gute zum 16.<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt;Alles Gute zum 16. Geburtstag meine Schwester.&gt; sagt mein Bruder freudig. Ich liege gerade in meinem Bett und wurde von ihm geweckt. &lt;Danke.&gt; antworte ich ihm lachend. Endlich 16. Ich darf Alkohol trinken und noch viele andere Dinge machen. &lt;Unten wartet eine \u00dcberraschung auf dich.&gt; sagt mein Bruder l\u00e4chelnd, w\u00e4hrend er mein Zimmer verl\u00e4sst um nach unten zu gehen. Ich ziehe mich an und gehe ebenfalls nach unten. Als ich in der K\u00fcche ankomme, sehe ich einen Geburtstagkuchen auf welchem &lt;Alles Gute zum 16.&gt; steht. Ich freue mich, mein Bruder hat sich richtig viel M\u00fche gegeben. Meine Eltern sind nicht da. Gut, st\u00f6ren tut dies mich nicht. Ich komme nicht gut mit ihnen klar. Ich hasse sie nahezu. &lt;OMG, der Kuchen ist super toll.&gt; sage ich zu meinem Bruder, w\u00e4hrend mir eine Freudetr\u00e4ne \u00fcber die Wange l\u00e4uft. &lt;Hey, es ist schlie\u00dflich dein Geburtstag&gt; antwortet er mir lachend. Wir wollen uns gerade Teller holen um den Kuchen zu essen, als es an der Haust\u00fcr klingelt. Wir gehen gemeinsam zur Haust\u00fcr und fragen uns, wer den gerade etwas von uns m\u00f6chte. Ich \u00f6ffne die T\u00fcr. Nachdem ich sie einen Spalt ge\u00f6ffnet habe, weiche ich zur\u00fcck. &lt;Was ist denn?&gt; fragt mich mein Bruder verwundert. Bevor ich antworten konnte, wurde die T\u00fcr weiter ge\u00f6ffnet und Polizisten hielten die Waffe auf uns und schreiten &lt;Auf den Boden! Sie sind festgenommen wegen Staatszersetzung!&gt;. Ich und mein Bruder nehmen die H\u00e4nde nach oben und legen uns auf den Boden. &lt;Wer behauptet das?&gt; fragt mein Bruder. &lt;Die Anzeige kam von Frau und Herr Hito&gt; antwortete einer der Polizisten, w\u00e4hrend sie uns Handschellen anlegten. Unsere Eltern hatten uns gemeldet? Ich und mein Bruder sahen uns an. Unsere eigenen Eltern?<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Mach mal die T\u00fcr zu.&gt; sagt der eine Polizist zu seiner Kollegin. &lt;Warum?&gt; antwortet diese. Der Polizist zeigt auf mich und sagt lachend &lt;Das sind Staatszersetzer, also k\u00f6nnen wir auch ein bisschen Spa\u00df haben.&gt;. &lt;Da hast du Recht.&gt; sagt die Polizisten lachend, w\u00e4hrend sie die T\u00fcr zumacht. Der Polizist dreht uns beide um und zerrt uns an die Wand, w\u00e4hrend seine Kollegin zu uns kommt. &lt;Das k\u00f6nnen sie doch nicht machen!&gt; schreit mein Bruder die Polizisten an. &lt;Ihr seid Untermenschen! Also wenn soll es interessieren?&gt; sagt der Polizist mit einem L\u00e4cheln im Gesicht zu uns, w\u00e4hrend seine Kollegin ein Panzertape aus ihrer Tasche holt. &lt;Und nun schweigen die beiden, wir wollen ja Spa\u00df haben.&gt; sagt sie lachend, w\u00e4hrend die beiden unsere M\u00fcnder mit Panzertape verschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ja klar!<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich wache auf. Ich liege in einem Bett, dass ich nicht kenne und um mich herum stehen einige Menschen. &lt;Was ist passiert?> frage ich benommen. &lt;Ein W\u00e4chter wollte dich vergewaltigen, allerdings nachdem du ihn abgewiesen hast, hat er begonnen dich zu w\u00fcrgen.> beginnt eine der umstehenden Personen. &lt;Darauf hat ein \u00e4lterer Mensch, die Wache von der Seite angegriffen und gerufen &lt;Los, lasst uns das Gesetzt brechen!>.> erg\u00e4nzt eine andere Person. &lt;Genau, und darauf haben dann alle im Raum begonnen, die Wachen anzugreifen.> erg\u00e4nzt eine weitere Person. Ich fange an zu weinen. Der alte Mensch hatte mein Leben gerettet. Er kannte mich nicht und trotzdem setzte er sein Leben f\u00fcr mich ein. &lt;Wie geht es dem alten Menschen?> frage ich unter Tr\u00e4nen. &lt;Er hat einen Schuss abbekommen. Allerdings wurde er nur im Arm getroffen und wird gerade behandelt> antwortet eine der Personen um mich zu beruhigen. &lt;Was ist mit den W\u00e4chtern*innen?> frage ich. &lt;Wir konnten alle in der Firma befindlichen Soldaten \u00fcberw\u00e4ltigen und diese sind jetzt gefesselt.> antwortet eine andere Person, die gerade in den Raum gekommen war. &lt;Ich habe erfahren, dass du wieder wach bist.> beginnt die Person &lt;Und w\u00fcrde dich gerne fragen, ob du unsere Anf\u00fchrerin werden m\u00f6chtest.>. Ich liege immer noch benommen da und jetzt leicht perplex. &lt;\u00c4hm.> stammle ich. &lt;Ja das w\u00e4re super!> h\u00f6re ich die Menschen um mich herum. &lt;Aber, wenn, dann k\u00e4mpfen wir f\u00fcr die Menschenrechte und mit den Menschenrechten.> sage ich fordernd in die Runde. &lt;Ja klar!> ruft die Menge.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Wahrheit<\/h3>\n\n\n\n<p>Du, Ich und dein Bruder sitzen im Transporter. Wir wurden zur Gr\u00fcndung der neuen Nation gefangen genommen und werden nun zu unseren Firmen gebracht. In euren Gesichtern sind Einschnitte von Peitschenhieben zu sehen. Ihr lehnt euch nicht an die Wand des Transportes, wenn ihr Ausversehen diese Wand ber\u00fchrt geht ihr mit einem schmerzvollen Gesicht wieder nach vorne. Ihr wurdet einer Nahrungsmittelfabrik zugewiesen, ich wurde aufgrund meiner Taten einer Eisenmine zugewiesen. Mit der Begr\u00fcndung mein Leben sei weniger Wert als ein Tier und eine menschliche Bestrafung w\u00fcrde mir nicht zustehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leben ist ein Privileg. Mensch sein ist ein Privileg. Privilege, welche nur einigen wenigen zustehen. Wir werden nur als die niederen gesehen. Wenn wir Roboter w\u00e4ren ohne eigenen Willen, w\u00e4ren wir perfekt. Aber nur der Versuch ist eine Strafe. Ein Abweichen von der Norm gleicht einem Landesverrat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben Nummern bekommen. Wir sind nicht w\u00fcrdig einen Namen zu tragen. Wir haben kein Besitz, den wir k\u00f6nnen nicht damit umgehen. Wir haben keine W\u00fcrde, denn wir sind weniger als Tiere. Wir sind Dinge, die benutzt und zerst\u00f6rt werden k\u00f6nnen. Wir haben kein Recht auf Bildung, denn wir sind resistent gegen ihre Anschauung und damit dumm.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Tiere m\u00fcssen wir lernen, was erlaubt ist. Lerne aus deinen vergangenen Fehlern durch Folter. Nur mit Gewalt und Missbrauch lernst du, was erlaubt ist. Oder gehe in die moderne Einschl\u00e4ferung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ziele<\/h3>\n\n\n\n<p>was heute fr\u00fch passiert ist. Die Arbeiter*innen der Chemiefabrik 10 haben an TNT gearbeitet. Allerdings wollten Sie nicht mehr leben und haben in einem unbemerkten Moment alles gelagerte TNT hochgejagt. Es d\u00fcrfte kein Mensch \u00fcberlebt haben. Das Regime sucht nach \u00fcberlebenden W\u00e4chtern*innen, w\u00e4hrenddessen d\u00fcrfen \u00fcberlebende Arbeiter*innen sofort erschossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Wen wir die Nahrungsmittelfabrik 5 und die Elektrizit\u00e4t und Infrastruktur Fabrik 3 einnehmen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir uns autonom versorgen.&gt; sage ich w\u00e4hrend ich die Positionen der Fabriken auf einer Karte zeige. &lt;Ziel ist die Einnahme und die Kontrolle dar\u00fcber. Aber es werden keine Menschen get\u00f6tet, weder Arbeiter*innen noch W\u00e4chter*innen&gt; sagte ich mich dominanter Stimme. &lt;Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr Menschenrechte, also sollten wir uns auch daranhalten.&gt; beginne ich &lt;Wenn wir es nicht tuen, sind wir auch nicht besser als das Regime.&gt;. &lt;K\u00f6nnen wir das denn \u00fcberhaupt schaffen?&gt; fragt mich eine Person. &lt;Ich denke, die Wachen d\u00fcrften ebenfalls abger\u00fcckt sein. Zudem haben wir den \u00dcberraschungseffekt und wir haben Bet\u00e4ubungsgas und Bet\u00e4ubungsgewehre gefunden. Aber am Ende steht es jeden frei meinem Plan zu folgen oder nicht.&gt; sage ich sehr freundlich und zur\u00fcckhaltend, aber deutlich fixiert auf mein Ziel. &lt;Ich pers\u00f6nlich werde an der vordersten Front mitk\u00e4mpfen. Es ist mein Plan, also werde ich auch vorrausgehen&gt; sage ich in die Runde. Die Runde nickt zustimmend. &lt;Also dann ruhen wir uns aus und morgen k\u00e4mpfen wir f\u00fcr den ersten Schritt in die Freiheit.&gt; sagt einer der Heeresleiter*innen, w\u00e4hrend er die Faust nach oben h\u00e4lt. &lt;Jawohl!&gt; ert\u00f6nt es aus der Gruppe und die Menschen erheben ebenfalls die Faust.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Wahrheit ist oft traurig<\/h3>\n\n\n\n<p>Vieles ist passiert. Wir konnten viele Gebiete \u00fcbernehmen und so viele Menschen befreien und ihnen die Freiheit schenken. Doch wie mehr wir schaffen, desto h\u00e4rter wird das Regime zu uns. Es begann als Strafe Arbeiter*innen zu erschie\u00dfen, die Tagesportionen weiter zu senken und die Arbeitszeit anzuheben. Viele Arbeiter*innen sind w\u00e4hrend der Arbeit kollabiert, w\u00e4hrend das Regime immer weiter aufr\u00fcstet. Als wir anfingen hatte dieses Land ca. zw\u00f6lf Millionen Einwohner, ca. 500.000 geh\u00f6rten zum Regime und die restlichen zu den Arbeitern*innen. Mittlerweile sind ca. 4.000 Regimepersonen Tod, \u00fcber 30.000 Personen inhaftiert und \u00fcber 1 Millionen Arbeiter*innen vom Regime umgebracht worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hat sich ein demokratisches System gebildet und morgen am 10 Jahrestag des Regimes, werden die ersten freien, geheimen, gleichen und demokratischen Wahlen stattfinden. Wahlberechtigt sind alle Personen in unserem System also auch die inhaftierenden W\u00e4chter*innen. Ich befinde mich gerade auf einer Wahldiskussion f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaft. Das Parlament wird separat zum Pr\u00e4sident*in gew\u00e4hlt. Momentan habe ich die meisten Stimmen als Pr\u00e4sidentin, auf Platz zwei ist momentan Herr Fukushu. Die Person mit den meisten Stimmen wird Pr\u00e4sident*in und die Person mit den zweitmeisten Stimmen wird Vize-Pr\u00e4sident*in.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Wir m\u00fcssen an das Wohl unseres Volkes denken und daf\u00fcr m\u00fcssen wir, wenn n\u00f6tig auch h\u00e4rtere Ma\u00dfnahmen gegen das Regime ergreifen&gt; fordert mein Konkurrent. &lt;Frau Jinken stellt das Regime \u00fcber ihr eigenes Volk&gt; greift er mich pers\u00f6nlich an. Ich habe meinen Namen ge\u00e4ndert, ich wollte nicht mehr an die Vergangenheit erinnert werden. &lt;Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr Menschenrechte, also m\u00fcssen wir jeden Menschen diese Rechte geben. Zudem bek\u00e4mpfen wir nicht die Menschen, sondern die Ideologie, welcher sie verfallen sind. Nehmen wir als Beispiel an, ein Kind h\u00e4tte gelernt, dass es jede Person, welche es nicht mag einfach abstechen kann. Dann wird es sehr wahrscheinlich, dass auch als erwachsene Person machen und sich nie als das B\u00f6se sehen. Weil es die einzige Wahrheit ist, welche das Kind gelernt hat. Also m\u00fcssen wir ihnen mehr Informationen geben, damit sie begreifen, was Sie tun.&gt; antworte ich energisch. &lt;Und morgen t\u00f6ten sie noch mehr Menschen von uns, wollen sie das machen, bis keine*r mehr lebt?&gt; erwidert mein Konkurrent w\u00fctend. &lt;Nach ihren Plan w\u00fcrden wir exakt das machen, nur mit dem Regime. Und dann sind wir nicht besser als sie. Dann sind wir auch nicht in einem Bereich der Menschenrechte.&gt; antworte ich ihm ebenfalls w\u00fctend. &lt;Sie sind einfach nicht in der Lage ein Land zu f\u00fchren, sie m\u00fcssen Opfer eingehen um ihr Ziel zu erreichen.&gt; antwortet er mir w\u00fctend und genervt. &lt;Opfer eingehen? Ja dass m\u00fcssen wir im Leben. Aber welche Opfer gehen wir ein? Und f\u00fcr welches Ziel? Sie w\u00fcrden anscheinend alles Opfern nur am Ende einen Kranz der Lorbeeren zu tragen. Ich k\u00e4mpfe aber f\u00fcr die Menschenrechte und die Freiheit und ich werde diese Dinge nicht Opfern um einen Krieg zu gewinnen. Denn mein Ziel ist es exakt diese Werte als eine Grundordnung f\u00fcr eine freies und demokratisches Land zu haben!&gt; kontere ich ihn. &lt;Sie leben in ihrer Blase und wollen die pinke Brille nicht abnehmen. Ich m\u00f6chte nicht mehr weiter diskutieren mit Ihnen.&gt; sagt er w\u00fctend und verl\u00e4sst die B\u00fchne.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verlasse die B\u00fchne ebenfalls. Ich atme tief durch. Mir stehen die Tr\u00e4nen im Auge. Ich k\u00e4mpfe schon so lange. Ich k\u00e4mpfe f\u00fcr jeden Menschen. Wir kommen aus der Sklaverei. Wir kommen aus der Dem\u00fctigung. Und doch haben sie nichts gelernt. F\u00fchlen sie sich als die starken? Als die Herrscher? Dass sind wir noch lange nicht und das d\u00fcrfen wir auch nicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse sind da. Ich konnte bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl 35% der Stimmen holen und mich verbessern zu den Prognosen, mein Konkurrent Herr Fukushu hat nach gestern einige Prozentpunkte verloren hat aber trotzdem mit 20% die zweitmeisten Stimmen geholt. Kurz hinter ihm mit 18% ist Frau Jiyu. Nun ist Herr Fukushu der Vizepr\u00e4sident und ich die Pr\u00e4sidentin dieses Landes.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hindernisse aus dem Weg<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich bin gerade in einem Fahrzeug um die Medizinfabrik zu besuchen. Wir haben mehr Kontrolle erreicht und eventuell k\u00f6nnen wir bald den Sieg verzeichnen. Dann ist dieser Horror endlich vorbei. Dann k\u00f6nnen wir endlich leben. Leben in Freiheit. Leben mit den Menschenrechten.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Buuuummmm&gt; ert\u00f6nt es. Ich sp\u00fcre eine Druckwelle. Vor meinem Auge steigt eine Flamme empor. Ich werde in den Sitz gedr\u00fcckt und kann kaum atmen. W\u00e4hrenddessen schwebt ein Feuerball vor. Mein Fahrzeug wurde angegriffen. Das Ziel ich. Aua. Au. Mein rechter Arm ist im Feuerball gefangen. Es schmerzt abartig. Ich sehe wie er erst Blasen bildet und anschlie\u00dfend immer h\u00f6here Verbrennungsgrade erreicht, einige davon habe ich schon nicht mehr mitbekommen. Ich wurde bewusstlos.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Frau Jinken k\u00f6nnen sie mich h\u00f6ren?&gt; ruft eine \u00c4rztin zu mir. Ich blicke planlos herum. Ich wei\u00df nicht was gerade los ist. &lt;Sie sind in der Medizinfabrik, ihr Fahrzeug wurde vom Regime angegriffen.&gt; Woher wussten die das eigentlich, frage ich mich. Denn ich plane meine Reisen und Fahrten immer sehr zuf\u00e4llig, damit ich genau vor solchen Angriffen gesch\u00fctzt bin. &lt;Ist sonst etwas passiert und wie lange war ich nicht bei mir?&gt; frage ich benommen. &lt;Sie waren 3 Tage nicht ansprechbar. Ansonsten gibt es heute nur eine Abstimmung \u00fcber einen Antrag ihres Vizepr\u00e4sidenten mit dem Titel &lt;Der absolute Sieg&gt;.&gt; antwortet mir die \u00c4rztin etwas langsamer, damit ich sie auch verstehe. &lt;Wo, wann und was beinhaltet dieser Antrag?&gt; frage ich entsetzt. &lt;Heute um 18 Uhr wird in der Eisenmine 6 abgestimmt. Der Antrag beinhaltet Bombenangriffe teils mit atomaren Waffen auf zivile St\u00e4dte des Regimes.&gt; antwortet die \u00c4rztin mit deutlichen Unbehagen. Ich versuche mich aufrecht hinzusetzen, dabei bemerke ich das mein rechter Arm fehlt. Anstelle eines Armes habe ich nun eine Prothese. Ich schaue auf meine Hand und versuche die einzelnen Finger zu bewegen und es klappt. Ich bin \u00fcberrascht und schaue verwundert auf diese Prothese. &lt;Sie war ein Testversuch aus einer Medizinfabrik und wir dachten, sie sollten die Prothese haben.&gt; sagt die \u00c4rztin. &lt;Warum habt ihr sie nicht an einen anderen Menschen gegeben, welcher es mehr verdient h\u00e4tte als ich?&gt; frage ich die \u00c4rztin. &lt;Wir denken, dass Sie diese mehr als nur verdient haben&gt; antwortet die \u00c4rztin. &lt;Egal, ich brauche ein Fahrzeug, wir m\u00fcssen diesen Antrag verhindern&gt; schreie ich die \u00c4rztin fast an. &lt;Aber Sie k\u00f6nnen doch nicht in diesem Zustand das Krankenhaus verlassen&gt; macht sich die \u00c4rztin sorgen. &lt;Ich muss aber!&gt; schreie ich sie sehr bestimmend an.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nicht gut<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt;Mit 64 Prozent ist der Antrag &lt;Der absolute Sieg> angenommen.> sagt der Vorsitzende des Parlaments als ich gerade in einem Rollstuhl in den Saal gebracht werde. &lt;Ich werde den Beschluss nicht unterschreiben!> schreie ich so laut wie ich kann. Die Anwesenden schauen mich an. &lt;Was machen Sie den hier?> fragt mich der Vizepr\u00e4sident. &lt;Ich versuche die Grundlagen unseres Landes zu retten.> antworte ich ihm w\u00fctend. &lt;Wir wollen es retten!> schreit er mich an. &lt;Sie haben es wahrscheinlich nicht einmal mitbekommen. Nach dem Anschlag auf ihre Person, gab es einen Angriff mit chemischem Kampfmittel vom Regime w\u00e4hrend der Befreiung der Nahrungsmittelfabrik 20. Wir m\u00fcssen jetzt handeln. Da reichen ihre Naivit\u00e4t und ihre Planlosigkeit einfach nicht.> sagt er w\u00fctend zu mir. &lt;Und deswegen sollen wir alle Grunds\u00e4tze aufgeben? Sollen uns zu einem Regime 2.0 entwickeln?> frage ich w\u00fctend und entt\u00e4uscht. &lt;Nehmen sie doch mal ihre rosa Brille ab und schauen Sie sich die Menschen an, z.B. Herrn Kettei bei den Zuschauern.> sagt er w\u00fctend, w\u00e4hrend er seinen Finger hebt um auf dich zu zeigen. &lt;Er hat bei dem Angriff seinen Bruder verloren. Er konnte sich in Sicherheit bringen und musste als das Gas verzogen war, seinen Bruder sehen, wie sich dieser in den Tod qu\u00e4lte. Seine Schwester ist auch schon lange Tod. Aber Sie haben nie etwas verloren. Sie haben nie gek\u00e4mpft. Also bilden Sie sich nichts ein!> schreit er mich an. &lt;Ich habe nichts verloren? Mein Bruder wurde bei der sogenannten Befreiung des Volkes durch das Regime erschossen. Meine Geliebte sah ich das letzte Mal mit einem durchl\u00f6cherten Schild auf dem Stand &lt;Das Recht auf Leben hat jeder Mensch>. Die ersten beiden Menschen habe ich mit 16 get\u00f6tet. Sie wollten uns vergewaltigen und als ich es schaffte die Waffe meines Vergewaltigers zu bekommen, habe ich abgedr\u00fcckt. Einmal. Zweimal. Bis die Beiden nicht mehr gelebt haben. Aber keiner dieser Personen wird wieder lebendig. Ich k\u00f6nnte so viele Menschen, wie ich m\u00f6chte t\u00f6ten und doch bleiben sie Tod. Ich kann das Regime ausl\u00f6schen, aber doch aber ich Menschen get\u00f6tet.> sage ich weinend. &lt;Sie k\u00f6nnen alle unsere Prinzipien verraten und diesen Angriff machen. Wenn aber nur der erste Angriff erfolgt ist, wird es Rache geben. Dann sterben Millionen von Menschen. Wir konnten nur so viele retten, weil teilweise die W\u00e4chter*innen der Fabriken verstanden haben, dass ihr Regime gegen Demokratie und Menschenrechte arbeitet. Danach haben sie mit den Arbeiter*innen die Fabrik befreit.> erg\u00e4nze ich immer noch weinend. &lt;Daher werde ich diesen Antrag nicht unterschreiben, womit er offiziell nicht angenommen ist. Auch untersage ich als F\u00fchrerin des Heers, dass Teile dieses Plans umgesetzt werden.> schreie ich in die Runde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Wille<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt; Guten Tag an alle anwesenden Personen. Mein Name ist Kettei und ich bin der heutige vorsitzende Richter&gt; begr\u00fc\u00dft du alle mit einer freundlichen Stimme. &lt;Wir verhandeln heute eine Sammelklage mehrerer Kl\u00e4ger*innen. Der erste Kl\u00e4ger ist der Staat vertreten durch Herrn Fukushu mit den Klagen: Verbrechen gegen die Demokratie, Beihilfe zu mehrfachem Mord sowie mehrfachem Mord und mehrfachem Landesverrat. Die zweite Kl\u00e4gerin ist Frau Jinken mit den Klagen: Beihilfe zu mehrfachem Mord sowie mehrfachem Mord, mehrfachen K\u00f6rperverletzungen und mehrere Verbrechen gegen die menschliche W\u00fcrde. Als erstes bekommt der erste Kl\u00e4ger das Wort.&gt; sagst du ruhig in die Runde und setzt dich anschlie\u00dfend. &lt;Diese Frau hat demokratische Vota abgelehnt um den Gegner zu sch\u00fctzen, w\u00e4hrend sie die eigene Bev\u00f6lkerung sterben lie\u00df. Wir fordern daher H\u00f6chststrafe.&gt; sagte Herr Fukushu energisch nachdem er aufgestanden ist. W\u00e4hrend er sich setzt, gibst du mir das Rederecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Fukushu ist Fraktionsvorsitzender einer Oppositionspartei und hat durch diese Position die Klage eingereicht. Ich habe nachdem das Regime besiegt war, meinen Posten als Pr\u00e4sidentin abgegeben und habe Neuwahlen eingeleitet und mich selber angezeigt. Die Wahl hat Frau Jiyu als Pr\u00e4sidentin und Herr Nozomu als Vize-Pr\u00e4sident gewonnen. Beide haben meinen Willen, dass ich nicht begnadigt werden m\u00f6chte akzeptiert. Heute ist der 16. Todestag meines Bruders und doch f\u00fchle ich mich als w\u00e4re er anwesend.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Ich sehe mich in allen Punkten schuldig. Ich habe viele Dinge in meinem Leben getan. Meine W\u00f6rter haben Menschen get\u00f6tet. Es sind Menschen des Regimes get\u00f6tet worden oder haben k\u00f6rperlichen oder geistigen Schmerz erlitten. Es sind Arbeiter*innen gestorben, wurden misshandelt oder haben Schmerz erlitten. Es waren meine Worte, also trage ich die Verantwortung daf\u00fcr. Wir sind daf\u00fcr verantwortlich, was das B\u00f6se in uns macht. Wir sind Verantwortlich f\u00fcr die Folgen unserer Taten. Ich bin nicht gut oder unschuldig. Ich habe auch nicht das getan, was gemacht werden musste. Das Blut so vieler Menschen klebt an meinen H\u00e4nden, dass ich sie noch nicht einmal ansehen m\u00f6chte. So viel Leid haben die Menschen ertragen ohne sich zu beschweren. Und ich? Ich bin daf\u00fcr verantwortlich. M\u00f6gen wir in der Zukunft in einer besseren Welt leben.&gt; sage ich traurig. Ich weine, ich werde dieser Verantwortung nicht gerecht, aber das habe ich viel zu Sp\u00e4t begriffen. Ich habe die Folgen verdr\u00e4ngt und versucht das Vorbild zu sein, dabei war ich nie besser als das Regime. Die Menschen sollten sich sch\u00fctzen vor mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber doch ist es deine Entscheidung. Du bist der Vorsitzende Richter. Ich kann dir dabei nicht helfen. Ich hoffe du entscheidest dich in einer Art und Weise, dass du sie verantworten kannst. Denn das B\u00f6se in uns wartet und wir m\u00fcssen es besiegen. Denn es darf nicht Besitz von uns ergreifen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfunden. Allerdings ist sie teilweise traurig und wird teilweise sehr explizit. Bitte lese, diese Geschichte nur, wenn du dich bereit daf\u00fcr f\u00fchlst. Es gibt eine begleitende Musikplaylist. Sie ist zum Anh\u00f6ren, w\u00e4hrend dem Lesen, aber die Lieder sind nicht an bestimmte Abschnitte gebunden. 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